Startseite
aktuell
Bibiografie
Kritiken
Leseproben
über Habib Bektas
kontakt
Fotos: ©Bernd Böhner
aktualisiert am: 01.12.2005 10:47


Bibliografie

nächstes Buch vorheriges Buch     >>

 

Die Sterne sprangen fast wie Kängurus
Aufmerksam lauschende Kinder im Landratsamt bei Märchenerzähler Habib Bektas

Erding (vev) – Was passiert, wenn sich die kleine Shirin einen „Kinderbaum“ mit bunten Kugeln und glitzernden Kugeln wünscht, wo doch ihre Eltern Moslems sind und Weihnachten ein Fest der Christen ist? Shirin lebt mit ihren Eltern in Deutschland, ist ein Kind zwischen beiden Kulturen. Der türkische Märchenerzähler Habib Bektas erzählte im großen Sitzungssaal im Landratsamt ihre Geschichte, die aus seiner eigenen Feder stammt. Zum Tag der internationalen Begegnung war er von Erlangen nach Erding gekommen.
Shirins Wunsch nach einem Weihnachtsbaum können ihr die Eltern nicht erfüllen. Sie erklären, dass Moslems, auch wenn sie in Deutschland leben, ihre kulturelle Identität zu bewahren suchen, ihre eigenen Sitten und Bräuche pflegen. Für die romantische Shirin ist das kein Trost. Traurig geht sie in die Natur. Mit lyrischen und zugleich originellen Bildern, wie sie wohl Kinder tatsächlich im Kopf haben können, beschrieb Bektas Shirins Naturwahrnehmung. „Die Sterne sprangen fast wie Kängurus“. Die Botschaft der Geschichte ist klar: Am besten ist es, die Feste gemeinsam zu feiern, sich von unterschiedlichen Kulturkreisen inspirieren zu lassen, offen zu bleiben für das Fremde ohne ängstliche Abgrenzung.
Habib Bektas war kein distanzierter Erzähler. Er suchte sofort das Gespräch zu den aufmerksam lauschenden Kindern, beantwortete Fragen und stellte auch selbst welche an die kleinen Zuhörer, die offensichtlich sofort Vertrauen zu dem sympathischen Märchenerzähler gewannen.
Am eindrucksvollsten zeigte sich das an der spontanen Reaktion eines kleinen Mädchens. Unbefangen ging es zu Habib Bektas, ließ sich von ihm in den Arm nehmen und wisperte ihm ihre eigene Geschichte ins Ohr.
Auch Gedichte wurden von Habib Bektas vorgelesen, wobei er seine religiöse Bindung offenbarte. So hieß es unter anderem: „Die schönsten Menschen bleiben immer etwas Kind und Gott ist am meisten Kind“. Schön war es jedenfalls mitzuerleben, dass die Kinder trotz vielseitiger Freizeitangebote im Sitzungssaal zur Ruhe kamen und tatsächlich zuhören konnten.

Erdinger Anzeiger
28. Juni 1995

nächstes Buch vorheriges Buch nach oben   >>



webmaster@habibbektas.com
zurück zur Startseite
nach oben
©Ralf Bergmann