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Zwei wundersame Baumgeschichten
Kinderbücher von Habib Bektas
S.A. Um einen vermittelnden Brückenschlag zwischen Menschen
verschiedener Völker und Kulturen bemüht sich der heute
vierzig jährige Dichter Habib Bektas, der 1973 als türkischer
Gastarbeiter nach Erlangen kam, wo er seither seine zweite Heimat
gefunden hat und auch mit dem Kulturpreis der Stadt Erlangen ausgezeichnet
wurde. Neben Gedichten, die meistens um die Identitätssuche
von Menschen kreisen, die in fremden Boden neue Wurzeln schlagen
müssen, schreibt er tiefsinnige Kindergeschichten, die in ihrer
erzählerischen Einfachheit und ihrer poetischen Weisheit auch
Erwachsene anzusprechen vermögen.
In „Mein Freund, der Opabaum“ geht es um die vom Großvater
auf den Enkel übertragene Freundschaft zu einem alten Baum,
dessen Sprache die beiden in ihrer großen Naturverbundenheit
verstehen lernen. Eines Tages beginnt der alte Baum die Nahrungsaufnahme
zu verweigern, um damit gegen die gewissenlose Umweltzerstörung
der Menschen zu protestieren. Der Baum stirbt zwar, aber er lebt
auch weiter: Seine Seele hat sich in das Papier geflüchtet,
auf das der junge Erzähler seine Geschichte schreibt, um die
Herzen der Menschen zur Einsicht zu bewegen.
Von einem Baum ganz anderer Art handelt die Geschichte „Sirin
wünscht sich einen Weihnachtsbaum“. Nichts wünscht
sich das kleine Türkenmädchen Sirin in Deutschland sehnlicher
als einen so wunderbar geschmückten Baum, wie ihn die anderen
Kinder zu Weihnachten bekommen. Aber der Vater erklärt ihr,
das sie als Moslems ihre eigenen Feste haben und die Feste der Christen
nicht feiern können – was die kleine Sirin einfach nicht
verstehen will. Warum können denn die Menschen nicht alle Feste
zusammen feiern? Und weil der Vater kein Einsehen hat, schmückt
sie in der Nacht heimlich die kleine Tanne, die im Vorgarten des
Hauses wächst mit selbst gebastelten Blumen und Sternen, die
zu ihren Freunden werden, die mit ihr spielen und ihr sagen, das
die Sterne keinen Unterschied machen zwischen Deutschen und Türken
oder Christen und Moslems. Als die Eltern Sirin draußen im
Schnee bei ihrem Baum schlafend und fast erfroren vorfinden, mischt
sich unter ihre Betroffenheit doch auch ein gewisses Verständnis.....
Beide Bücher, mit großer Eindringlichkeit und viel feinfühliger
Herzenswärme geschrieben sind mit ganzseitigen Illustrationen
reich ausgestattet: In „Sirin wünscht sich einen Weihnachtsbaum“
ist auch der türkische Text enthalten.
Irmtraud Guhe/Habib Bektas „Mein Freund, der Opabaum“.
Boje- Verlag Erlangen; „Sirin wünscht sich einen Weihnachtsbaum“
erzählt von Habib Bektas, Bilder von Ingrid Kellner, Ravensburger
Buchverlag
Aargauer Tageblatt
23.Dezember 1991
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Das Buch zum Thema
Mein Freund, der Opabaum
Wenn der Großvater mit seinem Enkel im Wald spazieren geht,
rasten sie oft unter einem ganz bestimmten Baum: der Großvater
nennt ihn „Opabaum“, weil sein Großvater ihn einst
gepflanzt hat. Er versteht die Sprache der Bäume und erzählt
dem Buben, dass auch er sie eines Tages verstehen wird.
„Wer die Bäume liebt, kann mit ihnen reden“, sagt
er stets. Und tatsächlich: Nach dem Tod des Großvaters
tritt der Enkel in einen Dialog mit seinem Baum.
Doch eines Tages ist dieser verschwunden. Jahre später findet
ihn sein junger Freund, der ein junger Mann geworden ist, als Stoß
Papier in einem Laden wieder. Auf die Seiten des ehemaligen Opabaums
schreibt er alles nieder, was er ihm einst erzählt hat.
Das liebevoll illustrierte Buch „Mein Freund, der Opabaum“
macht am Beispiel eines Baumes Wachstum und Entwicklung im Familiengefüge
deutlich und eignet sich vor allem als ein Geschenk von Großeltern
für ihre Enkel, dass aus dem üblichen Rahmen fällt.
Irmtraud Guhe/Habib Bektas:
Mein Freund, der Opabaum. BojeVerlag, Erlangen, 32 Seiten, 22,80
Mark.
Bayrisches Sonntagsblatt
24.November 1991
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IPF
Staatsinstitut für Frühpädagogik und Familienforschung
Bektas, Habib; Guhe, Irmtraud (Ill.)
Mein Freund, der Opabaum
Erlangen: Boje Verlag 1991
Wenn Opa mit seinem Enkel im Wald spazieren geht, verweilen sie
immer unter einem bestimmten Baum. Der Großvater liebt diesen
Baum, den er den „Opabaum“ nennt, weil sein Großvater
ihn gepflanzt hat. Der Großvater versteht die Sprache der
Bäume und sagt dem Jungen, dass auch er sie eines Tages verstehen
wird. Allerdings braucht es dazu Geduld und – nur, wer die
Bäume liebt, kann mit ihnen reden. Nachdem der Großvater
gestorben ist, geht der Junge weiterhin zu dem „Opabaum“
und plötzlich versteht er dessen Sprache. Der Baum erzählt
viele Geschichten, klagt auch darüber, das die Menschen keine
Sorgfalt zur Natur haben. Eines Tages flüstert der Baum dem
Jungen eine Bitte ins Ohr. Dieser erfüllt seinen Wunsch- kurz
darauf ist der Baum verschwunden. Viele Jahre sucht er ihn! Eines
Tages entdeckt er in einem Laden einen Stoß Papier und sofort
spürt er, dass er seinen Freund aus den Kinderjahren wieder
gefunden hat. Jetzt kann er sein Versprechen einlösen und schreibt
alles nieder, was ihm der „Opabaum“ erzählt hat.
(ab 5 Jahre)
Familiengeschichte: Opa/Enkel –
Wissensvermittlung/Natur – Geheimnis der Natur erfahren –
Verhältnis/Hinführung zum Buch
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Weißt Du, dass die
Bäume reden?
Wer kennt sie nicht,
die lapidare Erzählung vom „Nussbaum“ oder „Apfelbäumchen“,
die in unzähligen Variationen als Bild für Kontinuität
der Generationsabfolge in die Kinder- und Erwachsenenliteratur eingegangen
ist? Und wem ist nicht die vielzitierte Weisheit der Indianer und
anderer naturverbundener Völker bekannt, nach der die Bäume
reden können: „Sie sprechen miteinander, und sie sprechen
zu Dir, wenn du zuhörst“ (Tatanga Mani). Diese beiden
Elemente existentiellen Daseins – die Einbindung des Menschen
in den Zyklus der Generationen und die wechselseitige Abhängigkeit
von Natur und Mensch im ökologischen System unseres Planeten
– bilden auch den Ausgangspunkt für das Bilderbuch „Mein
Freund der Opabaum“ von Irmtraud Guhe (Ill.) und Habib Bektas
(Text).
In dieser Geschichte berichtet ein inzwischen erwachsener Enkelsohn
von seinen Kindheitserfahrungen mit seinem Großvater; genauer
von den gemeinsamen Spaziergängen, auf denen sie immer im Schatten
des gleichen Baumes ausruhten. Dort erfährt der Junge, dass
die Existenz dieses Baumes untrennbar mit einem Stück Familiengeschichte
verknüpft ist: „An dem Tag, als mein Großvater
zur Welt kam, habe sein Großvater diesen Baum gepflanzt und
Ihn einfach Opabaum genannt.“
Für den jungen Rezipienten mit seinem sich erst sich erst ausbildenden
Zeitbewusstsein ist es schwierig, die chronologische Abfolge über
sieben Generationen hinweg nachzuvollziehen – und das trotz
unterstützender Verstehenshilfen durch die sorgfältig
gestalteten Zeichnungen in der Wirkung eines Siebdruckes.
Doch das eigentliche Geheimnis, das den Großvater mit der
Eiche verbindet, erfährt der Enkel erst kurz vor dem Tod des
90jährigen: „Dieser Baum spricht nur mit dem, der Ihn
wirklich liebt.“ Eine Parallele zu Shel Silverstein`s Lebenslaufkonzept
Der freigiebige Baum (Middelhauve, Köln 1987) täte sich
auf, nähme nicht die inhaltliche Konzeption über den Dialog
zwischen Protagonist und Baum spätestens hier eine überraschende
Wende.
Mit dem Heranwachsen des Jungen gefährdet die zunehmende Verschmutzung
der Umwelt die Existenz des Baumes. Die Eiche beschließt,
in den Hungerstreik zu treten. Mit dieser Art des Protestes signalisiert
sie dem trauernden Jungen die Hoffnung auf Weiterleben in anderer
Form. Erst im Erwachsenenalter findet der Junge von einst seinen
Opabaum wieder- in einem kleinen Laden als Heft, das er an seiner
„Wärme“ und Botschaft erkennt: „Wenn Du alles
darauf schreibst, was ich Dir erzählt habe, nur dann werde
ich nicht sterben“.
Die entstehenden Entfremdungsgefühle zwischen den Generationen,
die Spaltung zwischen der Innen- und Außenwelt haben AutorInnen
in ihren unheilvollen Folgewirkungen auf das Identitätsgefühl
längst erkannt. So werden Fragen nach der Einleitung und Haltung
gedeihlicher Lebensformen und qualitativ befriedigender Beziehungsmuster
zwischen den Generationen auch in der Kinderliteratur immer häufiger
thematisiert. Deshalb ist es nur allzu legitim, hier die Frage nach
dem generationsübergreifenden Bindungsverhalten noch schärfer
zu fassen im Blick auf ihre identitätsstiftende Funktion. Dazu
bietet die inhaltliche Konzeption dieses Bilderbuches drei Perspektiven
an: In einer ersten Perspektive bildet die Klage über die globale
Gefährdung der Umwelt durch den Menschen einen wichtigen Ausgangspunkt.
Über lange Zeit konnte der Baum eine überschaubare Generationsfolge
überleben und gab so ein brauchbares Symbol für Kontinuität,
Wachstum und Vertrautheit ab.
Bulletin Jugend + Literatur
Januar 1992
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„Opabaum“ und
seine Freunde
Der Schriftsteller Habib Bektas las in der Grundschule Süd aus
seinen Kinderbüchern
Schüler lauschten den Geschichten äußerst gespannt
und gestalteten sie mit –Lebhafte Fantasie Höchstadt
(stp)- „Kann ein Baum sprechen?“ Habib Bektas blickt
die Erstklässer der Grundschule Süd verschmitzt an. Der
Schriftsteller weiß, wie er die Aufmerksamkeit von Kindern
auf sich ziehen kann.
Prompt schießen zahlreiche Finger in die Luft. „Nein,
ein Baum kann doch nichts sagen“, meint ein Junge und kringelt
sich vor Lachen. Doch seine Altersgenossin wiederspricht: „Wenn
man einen Baum sehr liebt, dann kann man in Gedanken mit ihm sprechen.“
Schon jetzt hat Habib Bektas, ein in Erlangen lebender Türke,
sein Ziel erreicht. Er hat Kinder zum mitmachen und nachdenken gebracht.
Dabei hat er aus seinem Buch „Mein freund, der Opabaum“
kaum eine Seite gelesen. Doch genau das ist sein „Trick“
: Er will eine Geschichte nicht einfach „runterrattern“.
Er will sie erzählen und seine jungen Zuhörer einbinden.
Sie sollen die Geschichte erleben. Deshalb unterbricht er seine
Lesung immer wieder, um den Grundschülern Fragen zu stellen
oder sie selbst ein Ende finden zu lassen. Damit vermeidet er das
den Kindern von Nur- zuhören langweilig wird und regt zudem
ihre Fantasie an. 15 Bücher für Kinder, aber auch für
Erwachsene (hauptsächlich Romane) hat Bektas, er führt
das Erlanger Theatercafé, verfasst. Die meisten in türkischer
Sprache, denn darin „lebt“ er. Er will mit seinen Werken
„nicht die Welt verändern“, aber er freut sich,
wenn sich der Leser mit dem Buch auseinander setzt, es hinterfragt.
Die Fragen sind ihm in der Grundschule Süd sicher. Die Kinder
wollen wissen, wie die Geschichte vom „Opabaum“ weitergeht.
Mit leuchtenden Augen und vor Spannung geröteten Wangen lauschen
sie dem Autor. Kein Mucks ist zu hören.
Fazit: Die Lesung- sie wurde von Konrektorin Helga Brauner organisiert-
ist ein voller Erfolg. Für die Schule und für den Schriftsteller.
LOKAL
Mittwoch, 20.März 2002
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Hallo, Kinder!!!!!
Heute möchte ich euch jemanden vorstellen,
der Euch hier in der Kinder- Presse noch öfter begegnen wird:
Sie heißt Gabriele, ist 22 Jahre alt und wird in der Neuen
– PRESSE zur Redakteurin ausgebildet. Das ist ein anderes
Wort für „Zeitungsmacherin“. Sie sitzt mir hier
in der Webergasse gegenüber und bastelt an der neusten Ausgabe
der Kinder- Presse, die Ihr jetzt gerade in Euren Händen haltet.
Ihre Stirn liegt in Falten, weil sie angestrengt nachdenkt: dann
blättert sie in einem Buch, auf dem ein großer, dicker,
alter Baum drauf ist. Und jetzt rollt sie mit ihrem Stuhl rüber
zum Computer und schreibt etwas. Was? Na, das könnt Ihr ja
gleich lesen! Eure Astrid
Der Opabaum und sein Geheimnis
Geht Ihr gern durch wiesen und Wälder spazieren?
Ruht ihr euch dabei vielleicht manchmal unter einem alten, dicken
Baum aus? Und habt Ihr dann womöglich ein Buch auf eurem Schoß
liegen, in den Ihr lest? Aber wenn ihr auch nur eines von diesen
drei Dingen tut, möchte ich euch heute ein Bilderbuch vorstellen,
dass von einem alten Baum und seinem Geheimnis erzählt.
„Mein Freund, der Opabaum“ heißt es.
Habib Bektas hat es geschrieben und Irmtraud Guhe mit wunderschönen
Bildern versehen. Das Buch, das 22,80 Mark kostet, ist im Boje –
Verlag Erlangen erschienen.
„Opabaum“ klingt das nicht ein bisschen eigenartig?
Wie der Baum zu seinem Namen kam und was es überhaupt mit Ihm
auf sich hat, möchte ich Euch jetzt erzählen:
Ein kleiner Junge geht oft mit seinem Großvater
im Wald spazieren. Dabei rasten sie immer in Schatten eines schönen,
alten Baumes. Der Großvater liebt diesen Baum sehr, weil ihn
sein Großvater gepflanzt hat – daher kommt also der
Name „Opabaum“.
Der Großvater versteht die Sprache der Bäume und verspricht
dem Jungen, das auch er sie eines Tages verstehen wird. Nur Geduld
muss er haben, denn nur wer die Bäume liebt, kann mit ihnen
reden. Als der Großvater gestorben ist geht der Junge trotzdem
wieder zum Opabaum. Plötzlich versteht er dessen Sprache. Der
Baum erzählt ihm viele Geschichten.
Eines Tages beklagt er sich aber auch, dass die Menschen so schlecht
mit der Natur umgehen. Er verstummt und wird kränklich. Der
Junge besucht ihn trotzdem oft. Einmal noch vernimmt er die Stimme
des Baumes, als dieser Ihm eine Bitte ins Ohr flüstert. Der
Junge verspricht, seinen Wunsch zu erfüllen. Kurz darauf ist
der Baum verschwunden. Viele Jahre lang sucht Ihn der Junge, der
inzwischen älter geworden ist. Eines Tages entdeckt er in einem
Laden etwas, was ihn sehr an seinen Freund erinnert. Er spürt,
das er ihn wieder gerufen hat.
Was der Junge damals von Opabaum ins Ohr geflüstert bekommen
und was er später in dem Laden gefunden hat, verrate ich Euch
hier noch nicht. Lest selbst und vielleicht werdet Ihr das Buch,
wenn Ihr es ausgelesen habt, mit etwas anderen Augen sehen. Ich
habe das Buch, das schon allein durch die Bilder ansehenswert ist,
nicht in freier Natur unter einem Baum lesen können, sondern
leider nur am Schreibtisch.
Aber vielleicht findet Ihr einen schönen alten Baum, unter
dem Ihr es lesen könnt.
Viel Spaß dabei wünscht euch
Eure Gabriele
P.S.: wenn Ihr einen Baum wie den Opabaum gefunden habt, dann malt
oder zeichnet ihn doch ganz einfach auf ein die Kinder- Presse Webergasse
33 3630 Coburg
Die schönsten, dicksten und knorrigsten Bäume werden prämiert
Neue Presse Coburg, Kronach
14.September 1991
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