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Fotos: ©Bernd Böhner
aktualisiert am: 13.05.2003 14:25


Bibliografie

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Zwei wundersame Baumgeschichten Kinderbücher von Habib Bektas

S.A. Um einen vermittelnden Brückenschlag zwischen Menschen verschiedener Völker und Kulturen bemüht sich der heute vierzig jährige Dichter Habib Bektas, der 1973 als türkischer Gastarbeiter nach Erlangen kam, wo er seither seine zweite Heimat gefunden hat und auch mit dem Kulturpreis der Stadt Erlangen ausgezeichnet wurde. Neben Gedichten, die meistens um die Identitätssuche von Menschen kreisen, die in fremden Boden neue Wurzeln schlagen müssen, schreibt er tiefsinnige Kindergeschichten, die in ihrer erzählerischen Einfachheit und ihrer poetischen Weisheit auch Erwachsene anzusprechen vermögen.
In „Mein Freund, der Opabaum“ geht es um die vom Großvater auf den Enkel übertragene Freundschaft zu einem alten Baum, dessen Sprache die beiden in ihrer großen Naturverbundenheit verstehen lernen. Eines Tages beginnt der alte Baum die Nahrungsaufnahme zu verweigern, um damit gegen die gewissenlose Umweltzerstörung der Menschen zu protestieren. Der Baum stirbt zwar, aber er lebt auch weiter: Seine Seele hat sich in das Papier geflüchtet, auf das der junge Erzähler seine Geschichte schreibt, um die Herzen der Menschen zur Einsicht zu bewegen.
Von einem Baum ganz anderer Art handelt die Geschichte „Sirin wünscht sich einen Weihnachtsbaum“. Nichts wünscht sich das kleine Türkenmädchen Sirin in Deutschland sehnlicher als einen so wunderbar geschmückten Baum, wie ihn die anderen Kinder zu Weihnachten bekommen. Aber der Vater erklärt ihr, das sie als Moslems ihre eigenen Feste haben und die Feste der Christen nicht feiern können – was die kleine Sirin einfach nicht verstehen will. Warum können denn die Menschen nicht alle Feste zusammen feiern? Und weil der Vater kein Einsehen hat, schmückt sie in der Nacht heimlich die kleine Tanne, die im Vorgarten des Hauses wächst mit selbst gebastelten Blumen und Sternen, die zu ihren Freunden werden, die mit ihr spielen und ihr sagen, das die Sterne keinen Unterschied machen zwischen Deutschen und Türken oder Christen und Moslems. Als die Eltern Sirin draußen im Schnee bei ihrem Baum schlafend und fast erfroren vorfinden, mischt sich unter ihre Betroffenheit doch auch ein gewisses Verständnis.....
Beide Bücher, mit großer Eindringlichkeit und viel feinfühliger Herzenswärme geschrieben sind mit ganzseitigen Illustrationen reich ausgestattet: In „Sirin wünscht sich einen Weihnachtsbaum“ ist auch der türkische Text enthalten.
Irmtraud Guhe/Habib Bektas „Mein Freund, der Opabaum“. Boje- Verlag Erlangen; „Sirin wünscht sich einen Weihnachtsbaum“ erzählt von Habib Bektas, Bilder von Ingrid Kellner, Ravensburger Buchverlag
Aargauer Tageblatt
23.Dezember 1991

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Das Buch zum Thema

Mein Freund, der Opabaum

Wenn der Großvater mit seinem Enkel im Wald spazieren geht, rasten sie oft unter einem ganz bestimmten Baum: der Großvater nennt ihn „Opabaum“, weil sein Großvater ihn einst gepflanzt hat. Er versteht die Sprache der Bäume und erzählt dem Buben, dass auch er sie eines Tages verstehen wird.
„Wer die Bäume liebt, kann mit ihnen reden“, sagt er stets. Und tatsächlich: Nach dem Tod des Großvaters tritt der Enkel in einen Dialog mit seinem Baum.
Doch eines Tages ist dieser verschwunden. Jahre später findet ihn sein junger Freund, der ein junger Mann geworden ist, als Stoß Papier in einem Laden wieder. Auf die Seiten des ehemaligen Opabaums schreibt er alles nieder, was er ihm einst erzählt hat.
Das liebevoll illustrierte Buch „Mein Freund, der Opabaum“ macht am Beispiel eines Baumes Wachstum und Entwicklung im Familiengefüge deutlich und eignet sich vor allem als ein Geschenk von Großeltern für ihre Enkel, dass aus dem üblichen Rahmen fällt.


Irmtraud Guhe/Habib Bektas:
Mein Freund, der Opabaum. BojeVerlag, Erlangen, 32 Seiten, 22,80 Mark.

Bayrisches Sonntagsblatt
24.November 1991

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IPF
Staatsinstitut für Frühpädagogik und Familienforschung


Bektas, Habib; Guhe, Irmtraud (Ill.)
Mein Freund, der Opabaum
Erlangen: Boje Verlag 1991
Wenn Opa mit seinem Enkel im Wald spazieren geht, verweilen sie immer unter einem bestimmten Baum. Der Großvater liebt diesen Baum, den er den „Opabaum“ nennt, weil sein Großvater ihn gepflanzt hat. Der Großvater versteht die Sprache der Bäume und sagt dem Jungen, dass auch er sie eines Tages verstehen wird. Allerdings braucht es dazu Geduld und – nur, wer die Bäume liebt, kann mit ihnen reden. Nachdem der Großvater gestorben ist, geht der Junge weiterhin zu dem „Opabaum“ und plötzlich versteht er dessen Sprache. Der Baum erzählt viele Geschichten, klagt auch darüber, das die Menschen keine Sorgfalt zur Natur haben. Eines Tages flüstert der Baum dem Jungen eine Bitte ins Ohr. Dieser erfüllt seinen Wunsch- kurz darauf ist der Baum verschwunden. Viele Jahre sucht er ihn! Eines Tages entdeckt er in einem Laden einen Stoß Papier und sofort spürt er, dass er seinen Freund aus den Kinderjahren wieder gefunden hat. Jetzt kann er sein Versprechen einlösen und schreibt alles nieder, was ihm der „Opabaum“ erzählt hat. (ab 5 Jahre)


Familiengeschichte: Opa/Enkel – Wissensvermittlung/Natur – Geheimnis der Natur erfahren – Verhältnis/Hinführung zum Buch

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Weißt Du, dass die Bäume reden?

Wer kennt sie nicht, die lapidare Erzählung vom „Nussbaum“ oder „Apfelbäumchen“, die in unzähligen Variationen als Bild für Kontinuität der Generationsabfolge in die Kinder- und Erwachsenenliteratur eingegangen ist? Und wem ist nicht die vielzitierte Weisheit der Indianer und anderer naturverbundener Völker bekannt, nach der die Bäume reden können: „Sie sprechen miteinander, und sie sprechen zu Dir, wenn du zuhörst“ (Tatanga Mani). Diese beiden Elemente existentiellen Daseins – die Einbindung des Menschen in den Zyklus der Generationen und die wechselseitige Abhängigkeit von Natur und Mensch im ökologischen System unseres Planeten – bilden auch den Ausgangspunkt für das Bilderbuch „Mein Freund der Opabaum“ von Irmtraud Guhe (Ill.) und Habib Bektas (Text).
In dieser Geschichte berichtet ein inzwischen erwachsener Enkelsohn von seinen Kindheitserfahrungen mit seinem Großvater; genauer von den gemeinsamen Spaziergängen, auf denen sie immer im Schatten des gleichen Baumes ausruhten. Dort erfährt der Junge, dass die Existenz dieses Baumes untrennbar mit einem Stück Familiengeschichte verknüpft ist: „An dem Tag, als mein Großvater zur Welt kam, habe sein Großvater diesen Baum gepflanzt und Ihn einfach Opabaum genannt.“
Für den jungen Rezipienten mit seinem sich erst sich erst ausbildenden Zeitbewusstsein ist es schwierig, die chronologische Abfolge über sieben Generationen hinweg nachzuvollziehen – und das trotz unterstützender Verstehenshilfen durch die sorgfältig gestalteten Zeichnungen in der Wirkung eines Siebdruckes.
Doch das eigentliche Geheimnis, das den Großvater mit der Eiche verbindet, erfährt der Enkel erst kurz vor dem Tod des 90jährigen: „Dieser Baum spricht nur mit dem, der Ihn wirklich liebt.“ Eine Parallele zu Shel Silverstein`s Lebenslaufkonzept Der freigiebige Baum (Middelhauve, Köln 1987) täte sich auf, nähme nicht die inhaltliche Konzeption über den Dialog zwischen Protagonist und Baum spätestens hier eine überraschende Wende.
Mit dem Heranwachsen des Jungen gefährdet die zunehmende Verschmutzung der Umwelt die Existenz des Baumes. Die Eiche beschließt, in den Hungerstreik zu treten. Mit dieser Art des Protestes signalisiert sie dem trauernden Jungen die Hoffnung auf Weiterleben in anderer Form. Erst im Erwachsenenalter findet der Junge von einst seinen Opabaum wieder- in einem kleinen Laden als Heft, das er an seiner „Wärme“ und Botschaft erkennt: „Wenn Du alles darauf schreibst, was ich Dir erzählt habe, nur dann werde ich nicht sterben“.
Die entstehenden Entfremdungsgefühle zwischen den Generationen, die Spaltung zwischen der Innen- und Außenwelt haben AutorInnen in ihren unheilvollen Folgewirkungen auf das Identitätsgefühl längst erkannt. So werden Fragen nach der Einleitung und Haltung gedeihlicher Lebensformen und qualitativ befriedigender Beziehungsmuster zwischen den Generationen auch in der Kinderliteratur immer häufiger thematisiert. Deshalb ist es nur allzu legitim, hier die Frage nach dem generationsübergreifenden Bindungsverhalten noch schärfer zu fassen im Blick auf ihre identitätsstiftende Funktion. Dazu bietet die inhaltliche Konzeption dieses Bilderbuches drei Perspektiven an: In einer ersten Perspektive bildet die Klage über die globale Gefährdung der Umwelt durch den Menschen einen wichtigen Ausgangspunkt. Über lange Zeit konnte der Baum eine überschaubare Generationsfolge überleben und gab so ein brauchbares Symbol für Kontinuität, Wachstum und Vertrautheit ab.

Bulletin Jugend + Literatur
Januar 1992

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„Opabaum“ und seine Freunde
Der Schriftsteller Habib Bektas las in der Grundschule Süd aus seinen Kinderbüchern
Schüler lauschten den Geschichten äußerst gespannt und gestalteten sie mit –Lebhafte Fantasie

Höchstadt (stp)- „Kann ein Baum sprechen?“ Habib Bektas blickt die Erstklässer der Grundschule Süd verschmitzt an. Der Schriftsteller weiß, wie er die Aufmerksamkeit von Kindern auf sich ziehen kann.
Prompt schießen zahlreiche Finger in die Luft. „Nein, ein Baum kann doch nichts sagen“, meint ein Junge und kringelt sich vor Lachen. Doch seine Altersgenossin wiederspricht: „Wenn man einen Baum sehr liebt, dann kann man in Gedanken mit ihm sprechen.“ Schon jetzt hat Habib Bektas, ein in Erlangen lebender Türke, sein Ziel erreicht. Er hat Kinder zum mitmachen und nachdenken gebracht. Dabei hat er aus seinem Buch „Mein freund, der Opabaum“ kaum eine Seite gelesen. Doch genau das ist sein „Trick“ : Er will eine Geschichte nicht einfach „runterrattern“. Er will sie erzählen und seine jungen Zuhörer einbinden. Sie sollen die Geschichte erleben. Deshalb unterbricht er seine Lesung immer wieder, um den Grundschülern Fragen zu stellen oder sie selbst ein Ende finden zu lassen. Damit vermeidet er das den Kindern von Nur- zuhören langweilig wird und regt zudem ihre Fantasie an. 15 Bücher für Kinder, aber auch für Erwachsene (hauptsächlich Romane) hat Bektas, er führt das Erlanger Theatercafé, verfasst. Die meisten in türkischer Sprache, denn darin „lebt“ er. Er will mit seinen Werken „nicht die Welt verändern“, aber er freut sich, wenn sich der Leser mit dem Buch auseinander setzt, es hinterfragt. Die Fragen sind ihm in der Grundschule Süd sicher. Die Kinder wollen wissen, wie die Geschichte vom „Opabaum“ weitergeht. Mit leuchtenden Augen und vor Spannung geröteten Wangen lauschen sie dem Autor. Kein Mucks ist zu hören.
Fazit: Die Lesung- sie wurde von Konrektorin Helga Brauner organisiert- ist ein voller Erfolg. Für die Schule und für den Schriftsteller.

LOKAL
Mittwoch, 20.März 2002

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Hallo, Kinder!!!!!

Heute möchte ich euch jemanden vorstellen, der Euch hier in der Kinder- Presse noch öfter begegnen wird: Sie heißt Gabriele, ist 22 Jahre alt und wird in der Neuen – PRESSE zur Redakteurin ausgebildet. Das ist ein anderes Wort für „Zeitungsmacherin“. Sie sitzt mir hier in der Webergasse gegenüber und bastelt an der neusten Ausgabe der Kinder- Presse, die Ihr jetzt gerade in Euren Händen haltet. Ihre Stirn liegt in Falten, weil sie angestrengt nachdenkt: dann blättert sie in einem Buch, auf dem ein großer, dicker, alter Baum drauf ist. Und jetzt rollt sie mit ihrem Stuhl rüber zum Computer und schreibt etwas. Was? Na, das könnt Ihr ja gleich lesen! Eure Astrid

Der Opabaum und sein Geheimnis

Geht Ihr gern durch wiesen und Wälder spazieren? Ruht ihr euch dabei vielleicht manchmal unter einem alten, dicken Baum aus? Und habt Ihr dann womöglich ein Buch auf eurem Schoß liegen, in den Ihr lest? Aber wenn ihr auch nur eines von diesen drei Dingen tut, möchte ich euch heute ein Bilderbuch vorstellen, dass von einem alten Baum und seinem Geheimnis erzählt.
„Mein Freund, der Opabaum“ heißt es.
Habib Bektas hat es geschrieben und Irmtraud Guhe mit wunderschönen Bildern versehen. Das Buch, das 22,80 Mark kostet, ist im Boje – Verlag Erlangen erschienen.
„Opabaum“ klingt das nicht ein bisschen eigenartig? Wie der Baum zu seinem Namen kam und was es überhaupt mit Ihm auf sich hat, möchte ich Euch jetzt erzählen:

Ein kleiner Junge geht oft mit seinem Großvater im Wald spazieren. Dabei rasten sie immer in Schatten eines schönen, alten Baumes. Der Großvater liebt diesen Baum sehr, weil ihn sein Großvater gepflanzt hat – daher kommt also der Name „Opabaum“.
Der Großvater versteht die Sprache der Bäume und verspricht dem Jungen, das auch er sie eines Tages verstehen wird. Nur Geduld muss er haben, denn nur wer die Bäume liebt, kann mit ihnen reden. Als der Großvater gestorben ist geht der Junge trotzdem wieder zum Opabaum. Plötzlich versteht er dessen Sprache. Der Baum erzählt ihm viele Geschichten.
Eines Tages beklagt er sich aber auch, dass die Menschen so schlecht mit der Natur umgehen. Er verstummt und wird kränklich. Der Junge besucht ihn trotzdem oft. Einmal noch vernimmt er die Stimme des Baumes, als dieser Ihm eine Bitte ins Ohr flüstert. Der Junge verspricht, seinen Wunsch zu erfüllen. Kurz darauf ist der Baum verschwunden. Viele Jahre lang sucht Ihn der Junge, der inzwischen älter geworden ist. Eines Tages entdeckt er in einem Laden etwas, was ihn sehr an seinen Freund erinnert. Er spürt, das er ihn wieder gerufen hat.
Was der Junge damals von Opabaum ins Ohr geflüstert bekommen und was er später in dem Laden gefunden hat, verrate ich Euch hier noch nicht. Lest selbst und vielleicht werdet Ihr das Buch, wenn Ihr es ausgelesen habt, mit etwas anderen Augen sehen. Ich habe das Buch, das schon allein durch die Bilder ansehenswert ist, nicht in freier Natur unter einem Baum lesen können, sondern leider nur am Schreibtisch.
Aber vielleicht findet Ihr einen schönen alten Baum, unter dem Ihr es lesen könnt.
Viel Spaß dabei wünscht euch
Eure Gabriele
P.S.: wenn Ihr einen Baum wie den Opabaum gefunden habt, dann malt oder zeichnet ihn doch ganz einfach auf ein die Kinder- Presse Webergasse 33 3630 Coburg
Die schönsten, dicksten und knorrigsten Bäume werden prämiert

Neue Presse Coburg, Kronach
14.September 1991

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©Ralf Bergmann