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Fotos: ©Bernd Böhner
aktualisiert am: 21.01.2006 22:57


Bibliografie


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babel zum trotz

Ein wunderschönes Bilder-Buch mit Gedichten von Habib Bektas, ein Ausnahmezustand: Die Fotos von Bernd Böhner sind hier nicht bloß ungefähre Illustrationen, sondern visuelle Kontraste, die immer auch ihre eigene Poesie haben. In lakonischer Kürze, ohne jeden lyrischen Schnörkel, aber mit kunstvoller Präzision, setzt Bektas Epitaphe der Sehnsucht, markiert er Chiffren für Stationen des Exils, des Unbehaustseins, des »Fremden in der Fremde«. Und dann ist da ist ein irritierender Gedichtzyklus mit assoziativen Beschwörungen zu Erlanger Straßen und Plätzen: »Hugenottenplatz« oder auch »Schiffstraße« bzw. »Theaterstraße«, wo Texte und Fotos eine jeweils verblüffende wie provozierende Dichte erreichen.
Böhner/Bektas, »Babel zum Trotz«, Horlemann Verlag Bad Honnef 2002, 87 Seiten.
Plärrer Dez 2002


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Babel zum Trotz

Menschen lernen in Texten und Bildern leben!
Rezesion: Yüksel Pazarkaya

Habib Bektas und Bernd Böhner dokumentieren das Leben von Einwanderern in Ihrem neuen gemeinsamen Buch Babel zum Trotz

Habib Bektas lebt seit 1972 in Erlangen. Er ist einer der empfindsamsten Dichter der Diaspora – Türken. Er hat es auch in der Türkei mit seinen Romanen zu Ruhm gebracht und wichtige Preise erhalten. Der Film Septembersturm (Eylül Firtinasi) von Ativ Yilmaz basiert auf seinem preisgekrönten Roman Gölge Kokusu (Der Duft des Schattens).
Bernd Böhner ist 1948 in Bayreuth geboren und zeigt als Fotograf die Gabe, das menschliche Organ des Sehens ebenso menschlich auf seine Linse zu übertragen. Es entstehen Bilder des Humanen in Augenblicken des Lebens und des Treibens, die wie zufällig gewählt sind. Die festgehaltenen Augenblicke werden jedoch auf dem Papier zu ästhetischen Gebilden und Gestaltungsmomenten.

Der Dichter und der Fotograf ergänzen sich, in dem jetzt erschienenen Buch Babel zum Trotz nicht nur thematisch, sondern auch emotional. Man kann diese Zeilen und Bilder auch Mosaiksteine der Migrationsgeschichte im letzten halben Jahrhundert sehen. Sie geben keine Chronologie ab, dafür aber ein Mosaik, das den Betrachter und Leser mitfühlen lässt. Wenn er dabei den Eindruck bekommen sollte, das es sich dabei um das Mosaikbild der ersten Generation handelt, dann sollte er genauer hinschauen, um die kommenden Generationen darin zu entdecken.
So wie in den Zeilen von Habib Bektas:
„Ich fliege / mit den Flügeln meiner Kindheit / dem Licht entgegen / in meinen Träumen.“
Der Bezug zum Bild ist symbolkräftig. Ein gehbehinderter Mensch geht an Stöcken eine Treppe hinunter. Das Bild ergibt zusammen mit den Zeilen ein Gleichnis von der Lage der Migranten in unseren mitteleuropäischen Städten.
„Von welcher Stadt ich erzähle, wir wissen es nicht, / nicht von welchen Geliebten.“

Freitag 29. November 02
Hürriyet Europa

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©Ralf Bergmann